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Eine Reise in den tiefste Dschungel Costa Rica’s – Die Rangerstation La Sirena im Corcovado Nationalpark

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… darauf hatte sich meine 7-jährige Tochter schon Wochen vorher gefreut! Wir würden nicht nur eine simple Wanderung im Corcovado Nationalpark unternehmen, sondern mit Oma, Opa, Papa und Mama zweimal in der Rangerstation La Sirena, im Herzen des Parks übernachten! Was wir dabei erlebten, erzähle ich Dir in diesem Blog.

Warum La Sirena?

Wir hatten gehört, dass sich der Wald um die Rangerstation La Sirena besonders gut zum Tiere beobachten eignet, weil es sich um einen Sekundärwald handelt. Im Sekundärwald sind die Bäume noch nicht so hoch wie im Primärwald und die verschiedenen Spezien ringen mit allen Waffen, die ihnen die Natur zur Verfügung stellt, mit ihren Mitbewerbern um das notwendige Sonnenlicht, das weiteres Wachstum ermöglicht. Wildtiere finden hier deshalb besonders viel Nahrung und bewegen sich meist nahe am Boden.  Es gibt gerade in einem so abgelegenen Wald wie der in La Sirena mehr Raubtiere als in zugänglicheren Gegenden, da sie sich hier geschützt vor ihrem Hauptfeind, also uns, den Menschen, bewegen. Nicht zuletzt bietet die Rangerstation La Sirena die Möglichkeit direkt im Dschungel zu übernachten. Gründe genug für uns, diese besondere Reise in Angriff zu nehmen!

Bei der Vorbereitung trafen wir auf Vincent und Gabriela aus Bahía Drake, die uns als super kompetente Lokalguides und angenehme Wegbegleiter führten. Sie gaben uns unterwegs im Park ein sicheres Gefühl und erspähten mit ihren geschulten Sinnen so manches Tier, das wir ohne sie wohl nie zu Gesicht bekommen hätten.

Anreise

Als “Josefinos” ist der Weg nach Corcovado auf der Osa Halbinsel weit, auf direktem Wege hätten wir ca. 7 Stunden Fahrt bis in den Ort Bahía Drake einrechnen müssen. Wir haben uns deshalb für einen Zwischenstop bei den ebenfalls spektakulären Nauyaka Wasserfällen entschieden, die ca. 10km landeinwärts von Dominical am Südpazifik liegen.

Am nächsten Tag ging es von dort noch ca. 3.5 Stunden weiter, entlang des nördlichen Ufers des Golfo Dulce bis nach Bahía Drake. Da unser Bootstransfer nach La Sirena schon um 6:00 Uhr morgens losfuhr, taten wir gut daran, unser Gepäck am Abend vorher zu sortieren und früh schlafen zu gehen. Cabinas Manolo ist auf Besucher wie uns eingestellt und bietet einfache Unterkunft und Verpflegung zum guten Preis.

Wir waren im Dezember 2018 unterwegs und hatten das Glück zu annähernd optimalen Bedingungen zu reisen. Die besten Monate für eine Tour zum Corcovado Nationalpark sind Dezember bis April, während der Trockenzeit an der Pazifikküste. Dann sind die Zufahrtswege frei, die Wanderwege trocken und es gibt weniger nervige Parasiten wie Schnaken und Zecken.

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Alle Zeichen auf “Start” in Bahía Drake

Die Rangerstation

Nach der wunderschönen Bootsfahrt entlang der dschungelgesäumten Küste, kamen wir am Strand von Sirena an und wateten durch das lauwarme Wasser an den wilden Strand, und von dort circa einen Kilometer weiter landeinwärts, wo sich die Rangerstation befindet. Sie liegt am Ende der still gelegten Flugpiste, auf einer grossen Wiese, von der aus die verschiedenen Wanderwege in den Wald führen.

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Ankunft in La Sirena

Wir übernachteten in einem der beiden offenen Schlafbereiche, in denen eine Vielzahl von Stockbetten nebeneinander stehen, jedes mit einem individuellen Moskitonetz ausgestattet. Überdachte Stege führen von dort zum Waschbereich und zum Essensraum. Das Herzstück der Station ist eine überdachte Veranda. Vor- und nach ausgedehnten Wanderungen konnten wir uns hier ausruhen, mit anderen Reisenden austauschen, einen entspannten Nachmittagskaffee trinken und dabei stets die aktiven Totenkopfäffchen in den Bäumen vor der Station im Blick behalten.

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Schlafbereich in La Sirena

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Veranda

Von der Verpflegung in der Station waren wir besonders positiv überrascht. Da das Mitbringen von Speisen nicht erlaubt ist, essen hier sowohl Tages- und Übernachtungsgäste als auch Reiseleiter und der Staff der Station. Das Essen war abwechslungsreich, lokal, reichhaltig und die Ausgabe super effizient - genau das, was man sich nach ausgedehnten Wanderungen in der tropischen Hitze wünscht!

Natur pur!

Noch am gleichen Morgen ging es los! Wir machten uns auf zum Río Sirena, wo Vincent Süsswasserhaie vermutete und am Morgen ein Tapir gesichtet worden war.… Wir genossen die leichte, ebenerdige Wanderung und machten erste Bekanntschaft mit den fast perfekt getarnten Waldbewohnern.

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Glatter Helmleguan

Die Kletteraffen waren omnipräsent, liessen sich überhaupt nicht von uns stören und schwingten sich oft so nah über uns von Ast zu Ast, dass wir ungewünschten Dschungelduschen geschickt ausweichen mussten.

Nach einer verdienten Pause am Fluss balancierten wir über einen umgefallenen Baumstamm und konnten durch stacheliges Palmendickicht tatsächlich die schlafende Tapirkuh bewundern. Was wollten wir mehr? Und das schon am ersten Vormittag …

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Tapirkuh beim Vormittagsschlaf

Am Nachmittag schlugen wir die entgegengesetzte Richtung ein und beobachteten Vögel der Familie der Trogone und grosse, schwarze Truthähne, die unbeeindruckt von uns ihre Logenplätze im Dschungel verteidigten. Wir beedenten den Dschungeltag am Strand, wo vor uns die rote Sonne unter- und hinter uns der leuchtende Vollmond aufging.

Die Dschungelnacht gestaltete sich bei reger Sandfliegenaktivität weniger romantisch, aber zum Leiden waren wir viel zu begeistert von der mächtigen Urwaldkulisse, die uns am nächsten Morgen promt zum geräuschvollen Konzert der Brüllaffen aufweckte.

Die Highlights des zweiten Dschungeltages waren eine Mussurana Schlange (spanisch: Zopilota) ansehnlicher Grösser, die sich an einem Baum direkt am Wegrand hochschlängelte. Vincent erklärte uns, dass diese Schlangen zu den “Guten” gehören, die die Zahl der giftigen Lanzenottern kontrollieren. Ganz in ihrer Nähe führte uns Vincent zu einer sicheren Stelle am Fluss Río Claro, wo wir ins kühle Nass springen durften.

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An diesem Nachmittag drehten wir eine Runde durch den einzigen Primärwaldweg und hatten prompt das Glück einem eiligen Tolomuco zu begegnen, der aus sicherer Entfernung an uns vorbei trabte. Der sah für unsere ungeschulten Augen zwar wie eine Raubkatze aus, Vincent erklärte uns aber, dass er zur Familie der Ottern gehört, was wir schliesslich am rundlichen Kopf deutlich erkennen können.

Am dritten Dschungeltag erwartete uns eine Herde von über 20 Wildschweinen, die gemächlich und im Abstand von nur 10 Metern unseren Weg kreuzte. Und als ob dies nicht genug wäre, entdeckten wir kurz vor Abfahrt unseres Bootes einen Nasenbären, der unweit über uns auf dem Dickicht balancierte.

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Wildschweinfamilie unterwegs

Was soll ich sagen? - Noch nie hatte ich in so kurzer Zeit so viele verschiedene Wildtiere gesehen, es waren 32 an die wir uns nach diesen 3 Tagen namentlich erinnern konnten. Aber nicht nur die Tiere, sondern auch der bunte, lebendige Wald hatte uns voll in seinen Bann gezogen!

Das Beste?

Für uns – die Erfahrung, dass die Tiere unsere Präsenz uninteressiert duldeten und nicht erschreckt sofort das Weite suchten. Sie haben über die Jahre beobachtet und gelernt, dass wir – zumindest im Beisein der Guides - keine Gefahr für sie darstellen und ihre Gewohnheiten, z.B. bei der Nahrungssuche nicht durch mitgebrachtes Essen verändern. Deshalb gab es von aggressivem Verhalten keine Spur, und wir fühlten uns nicht als störende Eindringlinge sondern als stille Beobachter ihres faszinierenden Lebensraums.


Bild: Bilderbuch-Abschied von Bahía Drake

Hast Du Lust auf Corcovado gekriegt?

Dann informiere Dich über die verschiedenen Möglichkeiten, den Park zu besuchen: Wanderst Du gerne? Dann könnte Dich ein Trekking von einem zum anderen Extrem ansprechen. Reist Du mit Kindern? Dann ist weniger sicher mehr! Ziehst Du eine komfortablere Unterkunft der Rangerstation vor? – Kein Problem! Es gibt in der unmittelbaren Nachbarschaft des Parks mehrere, super schöne Naturlodges. Gerne gebe ich Dir meine Tips weiter. Schreib mir einfach, auf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


Río Claro in Sirena

Dienstag, 26 März 2019 09:01 geschrieben von Sandra
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